Studie: Die digitale Gesellschaft und die Zukunft

Umfrage 1Und gleich noch eine interessante Umfrage habe ich in meinem Feedreader gefunden: Das Institut für Demoskopie Allensbach hatte im Januar eine Befragung zur Internetnutzung durchgeführt. Dabei wurde nach der Zukunft der digitalen Gesellschaft gefragt, zum Beispiel welche Erwartungen Deutsche mit den technischen Neuerungen verbinden und wie die zunehmende Digitalisierung bewertet wird.  Hintergrund der Umfrage ist das Thema des diesjährigen Wissenschaftsjahres, nämlich “Die digitale Gesellschaft”. Mal abgesehen davon, dass das Thema im Netz leider bisher kaum eine Relevanz hat: Die Umfrage zeigt in meinen Augen, wie indifferent mit dem Thema Internet oft umgegangen wird.

Schon die erste Frage ist sehr sehr schwammig formuliert:  “Durch das Internet und digitale Technologien verändet sich ja vieles, z.Bsp. wie die Menschen einkaufen, wie sie mit persönlichen Daten umgehen oder auch, wie sie sich austauschen und informieren. Einmal ganz allgemein gefragt: Sehen Sie diesen Veränderungen alles in allem eher mit Hoffnungen oder mit Befürchtungen entgegen?” Entsprechend fallen dann auch die Antworten aus: 39% antworteten, sie würden den Veränderungen “mit Befürchtung” entgegensehen, nur 20% antworteten “mit Hoffnung”. Doch was war eigentlich gemeint? Diejenigen, die die die Frage beantwortet hatten, schienen es wohl selber nicht so genau zu wissen. Interessant auch, wie unterschiedlich die Antwort je nach Altersgruppe ausfällt. Hier das Schaubild:

Und so erklärt sich dann auch, dass bei der nächsten Frage ein ganz anderes Ergebnis herauskam. Da wurde nämlich gefragt:  “Wie sehen Sie das für sich persönlich: Erwarten Sie für sich persönlich durch diese Veränderungen alles in allem mehr Vorteile oder mehr Nachteile?” Nun antwortete der Großteil, nämlich 43%, dass sich beides ausgleiche. 29% sehen außerdem mehr Vorteile und nur 14% mehr Nachteile. 14% antworteten mit “keine Angabe”. Auch hier wieder ein extrem starkes Gefälle je nach Altersgruppe außerdem: Umfrage 2

Das macht etwas misstrauisch. Und siehe da, bei der dritten Frage sah ich bestätigt, dass mein diffuses Unbehagen nicht ganz unbegründet war. Gefragt wurde hier nach den erwarteten Veränderungen: Wie wird sich die Nutzung des Internets konkret auf verschiedene Bereiche auswirken und was wird in zehn Jahren eintreten?  Was mir hier sofort auffiel: Das in den Fragen verwendete Vokabular deutet eine eher negativ-kritische Haltung an. Einige Beispiele: “normale Geschäfte”, “sich abfinden”, “nicht sicher”, “Datenmissbrauch”, “Hacker”, “weniger lernen und nachdenken”, “persönliche Informationen preisgeben”, “sicherer umgehen”, “kritisch” oder “Mobbing, um nur einige zu nennen. Daneben wird dadurch impliziert, dass es einen Unterschied zwischen der On- und der Offlinewelt gibt und das ist natürlich Unfug. Dazu kommt: Natürlich kann die Art, wie eine Frage gestellt wird, auch eine bestimmte (erwartete) Antwort nach sich ziehen. Man muss die Frage nur entsprechend formulieren. Hier die Antworten:

umfrage 3umfrage 4

Wer die ganze Studie lesen möchte: Das kann man  hier tun.

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